Feminismus, Emanzipation und BDSM

Oft fragen mich Menschen, wie man die Themen Feminismus, Emanzipation, Unterwerfung und BDSM vereinen kann. Es handele sich um einen großen Widerspruch; und ob SMler eigentlich gegen die Bewegung der Frauen zur Emanzipation seien.

Aus meiner Sicht stehen sich diese Dinge in keiner Weise entgegen.

Was es für mich bedeutet, wenn sich eine Frau entscheidet, Spaß an der Unterwerfung zu haben: Eine solche Frau entscheidet sich bewusst, dass sie Lust daran empfindet. Sie gibt sich in vollem Bewusstsein einem Partner hin. Sie verzichtet teilweise oder zeitweise auf die Kontrolle ihres Lebens oder Körpers. Sie hat vorher selbst die Grenzen und Tabus definiert, in deren Rahmen sie sich bewegen möchte.

Der dominante Partner nimmt dies auf, er befriedigt ihre Wünsche, auch wenn er dies durch seine Dominanz tut, und es auch seiner Befriedigung dient. Er kann und darf sich nur in dem Rahmen bewegen, den sie ihm vorgegeben hat. Dieser Rahmen ist weit gesteckt sein, er kann wenige Tabus und viele Facetten enthalten. Grenzen werden erweitert und neue Erfahrungen gemacht. Letztendlich hat eine devote, unterwürfige oder masochistische Frau die Kontrolle, und sie hat sich mit Überzeugung und vollem Bewusstsein zu dieser Handlung entschieden.

Ich entschuldige mich ausdrücklich bei allen dominanten Menschen deren Vorstellung es ist, sie hätten die Kontrolle, dass ich ihnen diese Illusion nehme. Diese Kontrolle habt ihr nicht, sie liegt bei ihr. Wir haben die Ehre und das Vergnügen, dass sie uns in diesen Teil ihres Lebens einbindet, und wir haben die Verantwortung, mit den erteilten Rechten umzugehen. Doch am Ende haben wir abzubrechen, wenn sie diese Rechte z.B. mit ihrem Safeword wieder entzieht.

Feminismus, Emanzipation und SM/BDSM passen also durchaus zueinander. Ich glaube sogar, dass es eine Entwicklung des Feminismus ist, dass sich Frauen heute dazu entschließen können und dürfen, dass sie ihre Rechte abgeben. Sie haben die Stärke, die Kraft und die Entscheidungsgewalt zu bestimmen, was mit ihrem Geist und Körper geschieht. Dazu gehört es auch, diese Rechte abgeben zu können. So etwas tun starke Frauen. Sie haben den Mut, die Reife und die Rechte sich zu verschenken. Der dominante Partner sollte sich dies vor Augen führen. Auch wenn er dominiert, hat er einen freien Menschen vor sich, der ihm temporär eine Macht verliehen hat, die ihm jederzeit wieder entzogen werden kann. Es ist ein Privileg, dass uns eine Frau so viel Vertrauen entgegenbringt. Sie muss sich sicher sein, dass diese Macht nicht missbraucht wird.

Wenn man diese Dinge im Kopf hat, ist eine Unterwerfung positiv, solange sie sich im vereinbarten Rahmen bewegt. Ich bin dominant und Feminist, für mich liegt kein Widerspruch darin.

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